Landing Page Checkliste: 15 Punkte, die Unternehmer vor dem Launch prüfen sollten
Eine schlechte Landing Page kostet Geld. Bevor deine Kampagne live geht, prüfe diese 15 Punkte – damit dein Traffic auch konvertiert.

Kurzfassung (TL;DR):
- Headline in den ersten 5 Wörtern klar machen – keine Umschreibungen, sondern sofort sichtbar, was es gibt und für wen.
- CTA above the fold sichtbar – ein Button, keine Ablenkung, klarer nächster Schritt.
- Mobile-optimiert – Daumen passen auf die Buttons, Text ist auf 4-Zoll-Bildschirmen lesbar.
- Ladezeit unter 3 Sekunden – getestet in PageSpeed Insights, nicht geschätzt.
- Ein Angebot, klare Signale – keine generische Begrüßungsseite, sondern Fokus auf eine Aktion.
Einleitung: Warum eine Checkliste?
Eine Landing Page ist nicht einfach eine Webseite. Sie ist ein Verkaufswerkzeug – und wie jedes Werkzeug braucht es die richtige Justierung, bevor es einsatzbereit ist.
Du schaltest eine Meta-Ads-Kampagne. Das Budget ist da, das Targeting stimmt, das Creative ist gut. Dann führt der Link auf deine Landing Page – und dort passiert nichts. Besucher kommen an, scrollen vielleicht zwei Sekunden und gehen wieder.
Das ist keine Pechsträhne. Das ist meist ein vermeidbarer Fehler.
Wir haben in den letzten zwei Jahren hunderte Landing Pages analysiert – für PMU-Künstler, für Fitnessstudios, für Coaches, für Agenturen. Und wir sehen immer wieder die gleichen Fehler: Headlines, die nicht erklären, CTAs, die versteckt sind, Seiten, die auf dem Smartphone unlesbar sind. Kleine Fehler. Große Auswirkung.
Diese Checkliste fasst zusammen, was vor dem Launch geprüft werden muss – nicht als akademische Liste, sondern als praktisches System, das du Punkt für Punkt durchgehen kannst.
Die 15 Punkte der Landing Page Checkliste
1. Headline: Nutzen statt Kreativität
Die erste Sache, die jemand liest, wenn er auf deine Landing Page kommt, ist die Headline. Sie entscheidet in den ersten zwei bis drei Sekunden, ob er weiterliest oder geht.
Eine gute Headline antwortet auf die Frage: „Was habe ich davon?" – in den ersten fünf Wörtern. Nicht „Willkommen bei uns", nicht „Innovative Lösungen für moderne Herausforderungen". Sondern konkret: „Mitarbeiter gewinnen in 60 Tagen" oder „Deine PMU-Ausbildung – von Anfängerin zur Artistin".
Die Headline definiert, worum es geht. Wenn jemand nicht sofort versteht, was die Seite anbietet und für wen sie gedacht ist, scrollt er weiter.
2. CTA Above the Fold – der wichtigste Button
Ein CTA (Call to Action) above the fold ist nicht optional – er ist lebensnotwendig. Above the fold bedeutet: ohne Scrollen sichtbar. Der Besucher soll einen Button sehen, bevor er die Seite verlässt.
Das heißt konkret: ein deutlich sichtbarer Button (nicht ein Link), positioniert im oberen Drittel der Seite, mit ausreichend Padding und Kontrastfarbe. Wer scrollt nicht nach Kontakt? Ein kleiner Prozentsatz. Die meisten scrolled nicht – sie entscheiden in Sekunden, ob es interessant ist oder nicht. Wenn kein CTA sichtbar ist, können sie nicht konvertieren.
3. CTA-Text: Handlung statt Versprechung
Der Text auf dem Button zählt. „Jetzt anfragen" oder „Termin buchen" sind konkrete Handlungen. „Click here" oder „Weitere Informationen" sind schwach.
Der Button-Text sollte sagen, was passiert, wenn man klickt. Das erzeugt Klarheit – und reduziert Barrieren. Jemand, der weiß, dass ein Klick zu einem Formular führt, hat weniger Ängste als jemand, der „Send" klickt und nicht weiß, wohin es führt.
4. Mobile-Optimierung: Daumen vor Maus
Die meisten Besucher kommen mobil. Das heißt: Buttons müssen groß genug sein, dass ein Daumen darauf trifft. Text muss lesbar sein ohne Zoom. Formulare müssen auf dem 4-Zoll-Bildschirm navigierbar sein.
KRITISCH – Mobile-First: Über 90% der Ad Impressions auf Meta kommen vom Smartphone.1 Das bedeutet: Eine Landing Page, die auf dem Desktop funktioniert aber mobil nicht, ist faktisch kaputt. Ihr verliert nicht einen kleinen Teil der Besucher – ihr verliert die große Mehrheit.
Regel: Testet JEDE Landing Page auf echtem Smartphone (nicht im Browser-Simulator). Passen die Buttons unter den Daumen? Lädt die Seite unter 3 Sekunden? Ist das Formular mit einer Hand zu bedienen? Wenn nein, ist noch Arbeit zu tun.
5. Ladezeit unter 3 Sekunden
Schnelligkeit ist eine Konversionsmetrik. Eine Seite, die länger als 3 Sekunden zum Laden braucht, verliert bis zu 40% der Besucher, bevor sie überhaupt etwas sehen – auf mobilen Geräten steigt die Absprungrate laut Google-Studie sogar auf bis zu 53%.2
Das ist nicht subjektiv – das ist Google PageSpeed Insights. Teste deine Seite dort, nicht im Bauchgefühl. Große Bilder, unkomprimierte Videos, aufgeblähte JavaScript – das alles kostet Zeit. Und Zeit kostet Conversions.
6. Keine Ablenkung – Fokus auf das Angebot
Eine Landing Page ist nicht die Homepage.3 Sie sollte nicht zeigen, was du alles kannst. Sie sollte zeigen, was dich in dieser einen Kampagne auszeichnet.
Das heißt konkret: Hauptnavigation minimiert oder ausgeblendet. Keine 50 Links zu verschiedenen Seiten. Keine Exit-Popups, die den Besucher wegnehmen wollen. Keine Videos, die autoplay. Die Seite hat einen Job: den Besucher von der Anzeige zur Konversion führen. Alles andere ist Ablenkung.
7. Klares Angebot: Preis, Timeframe, Inhalt
Der Besucher sollte in wenigen Sekunden verstehen, was das Angebot ist. Nicht „Wir bieten Schulungen" – sondern „PMU-Masterclass, 8 Module, 6 Wochen, 2.499 €" oder „Erstgespräch mit Unternehmensberaterin, 60 Minuten, kostenfrei".
Ein klares Angebot reduziert Barrieren und Unsicherheiten. Jemand, der weiß, dass 60 Minuten Coaching 150 € kostet, kann sich entscheiden. Jemand, der „maßgeschneiderte Lösung" liest, hat keine Anhaltspunkte.
8. Social Proof: Nummern, Testimonials, Logos
Social Proof reduziert Vertrauensbarrieren. Das kann sein: Anzahl der trainierten Menschen, Bewertungen (sternweise oder textlich), Logos von bekannten Kunden, Vorher-nachher-Bilder. Nicht erfunden – real.
Wenn du keine Testimonials hast, weil dein Angebot neu ist, nutze andere Signale: „Über 300 Kurse im Einführungspreis verkauft" oder „Von der Gründerin selbst entwickelt – 10 Jahre Erfahrung." Das zählt.
9. Einfaches Formular: 3 Felder maximal
Wenn die Landing Page ein Formular hat, sollte es kurz sein. Nicht 10 Felder. Drei reichen: Name, Email, Telefon. Oder Name, Email und eine Dropdown (z. B. „Welcher Service interessiert dich?").
Jedes zusätzliche Feld kostet Conversions. Die Psychologie ist einfach: je mehr der Besucher ausfüllen muss, desto wahrscheinlicher bricht er ab.4 Alle anderen Infos kannst du im Gespräch klären.
10. Keine Formularfehler: Test vor dem Launch
Formularfehler sind ein großer Killer. Besucher füllen alles aus, klicken Absenden – und es passiert nichts. Oder es kommt eine Fehlermeldung, die nicht erklärt, was falsch ist. Oder die Seite lädt neu, das Formular ist leer, und die Person ist weg.
Vor dem Launch: Teste das Formular selbst. Fülle es aus, schicke es ab, prüfe, dass die Daten ankommen. Teste mit verschiedenen Email-Adressen. Teste mit verschiedenen Browsern. Wenn das Formular nicht funktioniert, funktioniert die Landing Page nicht.
11. Backup-CTA: Telefon und Live Chat
Nicht jeder wird das Formular ausfüllen. Deshalb sollte eine sichtbare Telefonnummer auf der Seite sein – und idealerweise ein Live-Chat-Button. Das sind Backup-Optionen für Menschen, die schneller konvertieren wollen.
Eine Nummer zu sehen reduziert auch Ängstlichkeit. Jemand, der sieht, dass eine echte Person antwortet, hat mehr Vertrauen als jemand, der nur an ein Formular schreibt.
12. Vertrauenssignale: Impressum, Daten, Rechtliches
Ein vertrauenswürdiges Unternehmen hat ein Impressum, einen klaren Kontakt und datenschutzkonform eingebaute Tracking-Pixel. Das sind Basics, aber sie zählen.
Wenn jemand auf eine Landing Page kommt und nirgends sieht, wer dahintersteckt, wird das Vertrauen sinken. Ein Impressum-Link im Footer, ein Datenschutz-Link – das kostet dich nichts und gibt dem Besucher Sicherheit.
13. Exit Strategy: Retargeting-Pixel installiert
Eine Landing Page, auf die 100 Personen kommen und bei der 5 konvertieren, ist okay. Aber was ist mit den anderen 95? Die sind weg – wenn du kein Retargeting aufgesetzt hast.
Ein Retargeting-Pixel (z. B. Meta Pixel oder Google Remarketing Tag) sollte auf der Seite eingebaut sein. Dann kannst du Menschen, die die Seite besucht haben aber nicht konvertiert sind, später erneut anzeigen. Das ist keine aufdringliche Taktik – das ist Standard.
14. Analytics Tracking: Konversion messbar machen
Ohne Tracking weißt du nicht, ob die Landing Page funktioniert. Ein Conversion-Pixel oder ein Event muss installiert sein – damit du sehen kannst, wie viele Menschen das Formular ausfüllen, welche Seite sie vorher besucht haben, woher sie kamen.
Das ist kein Overkill – das ist Basis. Wenn du 500 € in eine Kampagne steckst, solltest du wissen, was rauskommt.
15. Mobile CTA Test: 4-Zoll-Bildschirm Check
Zum Abschluss: Nimm ein echtes Smartphone, öffne die Landing Page und versuche, den CTA zu klicken. Passt der Button komfortabel unter den Daumen? Ist die Überschrift lesbar? Kann man alles verstehen, ohne zu zoomen?
Das mag trivial klingen – aber eine Landing Page, die auf dem eigenen Laptop perfekt aussieht, kann auf einem 4-Zoll-iPhone unbrauchbar sein. Ein letzter Check mit echtem Gerät offenbart Probleme, die im Simulator unsichtbar sind.
Der nächste Schritt – eine Landing Page, die funktioniert
Wer wissen will, wo die eigene Landing Page Potenzial lässt – meld dich gerne. Wir schauen sie uns gemeinsam durch.
Weiterführend
Mehr zum Thema Landing Pages, Traffic und Conversion – für alle, die tiefer einsteigen wollen:
- Budget für Social Media Werbung: Was es wirklich kostet
- A/B-Testing für Anfänger: Welche Änderungen wirklich messbar mehr Anfragen bringen
- Warum deine Website keine Anfragen bringt
Footnotes
- SQ Magazine, „Facebook Ad Statistics" (über 90 % aller Meta Ad Impressions auf mobilen Geräten) – https://sqmagazine.co.uk/facebook-ad-statistics/ ↩
- ecomdata, „Einfluss schneller Ladezeiten" (Google-Studie: 40 % Absprungrate bei >3 Sekunden; Mobile bis 53 %) – https://www.ecomdata.de/blog-einfluss-schneller-ladezeiten/ ↩
- ConversionLab, Case Study Landing Pages (dedizierte Landing Pages vs. Homepages: 100–200 % Uplift) – https://blog.conversionlab.no/boosting-conversions-rates-with-dedicated-landing-pages-a-case-study-from-betterworlds-recent-a-b-test/ ↩
- Landingi, „Fallstudien Formular-Optimierung" (weniger Formularfelder = höhere Conversion; optimal: 1–3 Felder) – https://landingi.com/de/landing-page/optimierungsfallstudien/ ↩